Katzencafe

Autor: Astrid Heyer am 02.06.2015

Ich entdecke meine Möglichkeiten - und lebe sie

Da realisiert man plötzlich in der Mitte seines Lebens, dass man 2/3 der beruflichen Laufbahn bereits hinter sich hat und überlegt, was noch kommen könnte. Bin ich eigentlich zufrieden mit dem, was ich tue? Entspricht die Tätigkeit meinen Talenten und Fähigkeiten? Erfüllt mich die Arbeit mit Zufriedenheit? Bin ich mit Leidenschaft und Herzblut dabei? Was für ein tieferer Sinn steckt hinter meiner täglichen Arbeit, außer, dass der Job mir die Brötchen und den Katzen das Dosenfutter sichert? Nein - Nein -Nein - Nein - Keine Ahnung. So lauteten meine Antworten auf die selbst gestellten Fragen. Eine Alternative musste her!

Ein Jahr lang hab ich hin und her überlegt, viele Möglichkeiten auf langen Waldspaziergängen durchdacht, Brainstorming mit Freunden betrieben, und mir bei der Recherche im Internet die Nächte um die Ohren geschlagen. Heraus kam, dass ich in Zukunft selbständig arbeiten und mein eigener Chef sein will. Aber womit? Keine Idee hat mich wirklich motiviert oder überzeugt, dafür meinen Job an den Nagel zu hängen. Die Entscheidung ist ja auch nicht ohne. Die relative Sicherheit aufzugeben, um etwas Neues zu wagen mit der dazu gehörenden wirtschaftlichen Unsicherheit ist ein großer Schritt. Risikobereitschaft, "aus der Reihe tanzen", Unternehmergeist gehörten bisher nicht zu meinen Kernkompetenzen. Zuverlässigkeit, Engagement, Verantwortungsbewusstsein waren die Qualitäten, die meine Chefs bisher an mir geschätzt hatten. Also was tun?

Endlich, an einem stürmischen, spätsommerlichen Abend am Maschsee, zugegebenermaßen beim dritten Glas Weißwein, sprach eine Freundin den erlösenden Satz: "In München hat kürzlich ein Katzencafe eröffnet." MIAU! Das ist es. Vor meinem inneren Auge sah ich die „Wicki-Sternchen“ in den Himmel aufsteigen. Katzencafe - das Zauberwort, das mein ganzes bisheriges Leben auf den Kopf stellen würde. Ohne zu dem damaligen Zeitpunkt genau zu wissen, was sich dahinter verbirgt, hatte allein das Wort KATZENCAFE eine euphorisierende Wirkung auf mich. Die Idee war geboren.

Bis zur Umsetzung war es noch ein weiter Weg - aber: was man Träumen kann, kann man auch erreichen!